Für ein bewusst gestaltetes Raumklima
Historisch stellte die Formaldehyd-Abgabe aus Spanplatten die größte Formaldehyd-Quelle im Innenraum dar. Für Spanplatten wurden daher die Formaldehyd-Emissionsklassen F0, E1, E2 und E3 festgelegt. Diese haben folgende Bedeutung:
Der Holzwerkstoff enthält kein Formaldehyd. (Das stattdessen verwendete Bindemittel enthält gebundene Isocyanate; diese werden in der gebundenen Form als ungefährlich angesehen; sie sind jedoch in Produktion und Verarbeitung problematisch)
Aussage: Das Material lässt unter festgelegten Bedingungen (s.u.) nicht mehr als 0,1 ppm Formaldehyd in der Raumluft entstehen.
Das Material lässt unter festgelegten Bedingungen nicht mehr als 1,0 ppm Formaldehyd in der Raumluft entstehen.
Die Raumluftprobenahme auf Formaldehyd erfolgt im aktiven Anreicherungsverfahren gemäß der Richtlinie ISO 16000 Blatt 3 in Verbindung mit DIN EN ISO 16000 Blatt 1 auf DNPH-Kartuschen. Seit einigen Jahren ist auch eine passive Langzeitprobenahme mit Hilfe von Radiello® Passivsammlern möglich. Die Analytik wird nach Lösungsmitteleluation mittels Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC) realisiert.
2004 stufte die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation WHO die Substanz Formaldehyd als „krebserregend für den Menschen“ (CMR-Gefahrstoff) ein. CMR-Stoffe (karzinogene, mutagene und reproduktionstoxische Stoffe) zählen zu den besonders gefährlichen Stoffen und sollten durch weniger gefährliche Stoffe substituiert werden. Auf die Einstufung der WHO gründet sich auch eine neuere Einschätzung des Berliner Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), die Formaldehyd ebenfalls als „krebsauslösend für den Menschen“ einstuft. Der vom ehemaligen Bundesgesundheitsamt veröffentlichte Richtwert von 124 µg/m³ (0,1 ppm) für Formaldehyd wurde inzwischen in diesem Zusammenhang bestätigt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt eine Unterschreitung eines Vorsorgewertes von 60 µg/m³. Dies entspricht in etwa der durchschnittlichen Raumluftbelastung in deutschen Innenräumen.
Hinweis: Die Zertifizierung bestätigt, dass ein Produkt zum Zeitpunkt der Prüfung die Anforderungen des jeweiligen Prüfprogramms erfüllt. Eine umfassende Aussage über die gesundheitliche Verträglichkeit eines Produkts oder eines gesamten Innenraums lässt sich daraus nicht ableiten.
Prüfung von Bauprodukten nach veröffentlichten Kriterien, seit 1982.
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